| ymja | (ongoing) 

Viele Überlieferungen und Traditionen vergangener Zeit spiegeln eine tiefe Naturverbundenheit wider. Weitverbreitet existierte ein animistisches Weltbild, d.h. die Natur wurde als beseelt und lebendig wahrgenommen, die Menschen sahen sich in ihr eingebunden und kommunizierten mit dieser. Viele Kulturen bedienten sich der Bild- und Symbolsprache des Mythos, um Göttliches und Unerklärliches darzustellen, wie sie es sahen. Diese Sprache wurde von Menschen gewählt, da die bildliche Ausdrucksform für das Innerste, also unsere Seele, am verständlichsten sein soll.

Heute leben wir hingegen in einer sehr entspiritualisierten Welt. Unsere gebaute Umwelt ist rein funktional und utilitaristisch. Sie ist nützlich und manchmal hübsch, aber selten mehr. Der Verlust der Natur als Physis und Kosmos treibt die Entdeckung der Natur als Landschaft hervor und ist im Grunde eine Erfindung der Moderne. Sie setzt das Bewusstsein ihres Fehlens, der Wunsch nach Nähe zu ihr und das Unbehagen ihrer Distanz voraus. Natur wird im Zeitalter der Aufklärung zum „Anderen“ des Menschen, zu dem, was er nicht mehr ist, sein will oder sein kann.